Adwords- twitter- und facebook-Werbung für verhaftete Journalisten in der Türkei

Pressefreiheit in der Türkei und freigelassene Journalisten - das wäre schön. Hauptsächlich dürfte ein gewisser Herr Erdogan dagegen stehen - und dies, obwohl viele Menschen versuchen, ihm die Vorteile einer freiheitlichen Grundhaltung nahezubringen.

Ich stelle mir immer vor, Erdogan google sich selbst - und sieht auf einer Google Suchergebnisseite eine Anzeige "Free Deniz - Freiheit für Journalisten". Oder er geht tatsächlich mal in seinen Facebook-Account und sieht - die Anzeige... - oder bei twitter... . Und wenn Erdogan die Anzeigen nicht persönlich sieht, nehmen sie vielleicht andere Leute wahr.

Angesichts des Engagements von "freedeniz" habe ich mir ein Herz gefasst, und diesen Gedanken versucht, per Mail dorthin zu tragen. Es geht gar nicht ums Geld (jedenfalls nicht für mich persönlich. Aber die Anzeigen kosten Geld) - aber dort nachfragen wollte ich schon, schliesslich würde ich dorthin verlinken und bei facebook vielleicht ein Bild verwenden wollen.

Vermutlich weiss man bei freedeniz.de nicht, wie man sich verhalten soll - aber auch dies könnte man mitteilen. Jedenfalls gab es bisher keine Antwort. Da auch ich beschäftigt bin, einfach unten nachfolgend nochmal die Mail, die hoffentlich die Intention hinreichend erklärt.

Aktuell erscheint bei https://www.google.com.tr/ folgende Anzeige (Ich hoffe, der Text ist soweit in Ordnung - Korrekturen werden gerne angenommen):

Deniz’e özgürlük – Bilginin özgürlüğü için
Anzeige www.freedeniz.de
Herkesin düşünce ve anlatım özgürlüğüne hakkı vardır.

 

Dies natürlich nur, wenn man eines der folgenden Keywords in die Suchleiste eingibt:

özgürlüğüne
erdoğan
i̇nsan hakları evrensel beyannamesi (hat allerdings ein "geringes Suchaufkommen")
yücel
deniz

Ich habe die Anzeige am 9 März  "in Betrieb" genommen, sie wurde von Google freigeschaltet. Bei "eingeschränktem Budget" wurde sie bis zum 10.03.  Stand 21 Uhr  2.100 x eingeblendet, 46 x wurde darauf geclickt... - ich habe das Tages-Budget erhöht.

Facebook und eventuell twitter werden vielleicht in den nächsten Tagen folgen (auch alles eine Frage des Geldes...)

 

Nachfolgend meine Mail an "freedeniz". Liebe Leute von freedeniz, falls Ihr dies lest und Einwände habt: Meldet Euch einfach formlos...

Mail "Free Deniz Anzeigen in der Türkei?"


Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,


zunächst einmal ein Kompliment für Ihren Einsatz!

Ich habe mich gefragt, wie ich Sie vielleicht am effektivsten unterstützen könnte und möchte aber vorab zusichern, dass ich keine finanziellen oder anderen eigennützlichen Interessen verfolge. Naja, vielleicht ist auch Altruismus eigenützlich... - aber gerne können Sie meine Anregung auch selber umsetzen, ich bin da nicht gram.

Da Print-Anzeigen in deutschen Medien geschaltet wurden, frage ich mich, ob man nicht auch im Internet Anzeigen schalten könnte:

Ich bin beruflich mit Suchmaschinenwerbung befasst und werbe für Kunden auf Google-Suchergebnisseiten und im sogenannten Google Displaynetzwerk (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Google-Werbenetzwerk). Ausserdem werbe ich auf facebook.

Wie wäre es, Free-Deniz Anzeigen in Online-Medien in der Türkei zu schalten und auf "www.freedeniz.de" zu verlinken?

Vermutlich erreichbar über das Google-Suchnetzwerk (www.google.com.tr) sind 60.000 Werbeeinblendungen, über das Displaynetzwerk weitere 30.000 Werbeeinblendungen / Monat (Google ist in der Türkei nicht so stark...)


Über Facebook und Instagram könnten mit einem ähnlichen Verfahren theoretisch zwischen 30.000 und 80.000 Werbeeinblendungen / Tag erzielt werden. (vgl. Grafik).





Natürlich übersteigen diese Anzeigenvolumina meine Mittel (wenn die Werbeträger oder türkischen Aufsichtsbehörden nicht ohnehin alsbald eine Blockademöglichkeit finden; ganz trivial ist dies aber nicht zu realisieren...), ich würde aber aus eigener Tasche (in der Öffentlichkeit gekürzt...) € einsetzen und die Kampagnen in Absprache mit Ihnen erstellen und auf Ihre Seite verlinken - Ihr Einverständnis vorausgesetzt.

Gerne können Sie die Idee aber auch aufgreifen und nach eigenem Gutdünken umsetzen.

Zu überlegen ist, ob Anzeigenschaltungen in türkischen Onlinemedien / Google - Suchnetzwerk / facebook auch kontraproduktiv sein könnten, ich bin gerne zum Meinungsaustausch bereit.

Wenn Sie diesen Vorschlag gutheissen, wäre ich für sprachliche Unterstützung beim Abfassen der Anzeigentexte dankbar, könnte aber auch selber eine*n Übersetzer*in engagieren (die Texte sind ja nicht lang). Gerne würde ich allerdings Bildrechte nutzen, natürlich nur für die genannnten Werbeträger. Anbei fürs look & feel als erste Ansicht (ganz grobe) Entwürfe mit Platzhaltern:








Stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung, hoffe, ich war nicht zu ausufernd.


viele Grüsse

Michael Schmidt